Erleben: Arqua‘ Petrarca – Vom Glück ein Dorf im Veneto zu sein

Montalcino, Montepulciano, San Gimignano – wer liebt sie nicht, diese entzückenden Borghi, malerisch in den toskanischen Hügeln gelegen. Und wer würde sie nicht noch mehr lieben, würde er/sie sich nicht die pittoresken schmalen Gässchen mit Menschenmassen teilen müssen. Aber was soll man machen? So ist das halt in Italien. Die schönen Dinge des Lebens gehören einem nicht allein.

Außer natürlich man fährt an völlig abgelegene, nur schwer zugängliche Orte. Oder in den Veneto, in Deutschland auch gerne Venetien genannt. Jenseits von Venedig, dem Gardasee und den allseits bekannten Badeorten an der Adria gibt es hier viel zu entdecken. Doch aus unerfindlichen Gründen ist diese Region noch immer ein Geheimtipp.

So auch Arqua Petrarca , der Geburtsort Petrarcas, der idyllische auf einem Hügel der Colli Euganei liegt.

Die Chiesa Santa Maria Assunta, eines der Wahrzeichen Arqua‘ Petrarcas

Als der in Arezzo geborene Petrarca 1370 nach Arqua‘ Petrarca kam, war er bereits 66 Jahre alt und hatte in so bekannten Orten wie Avignon, Mailand, Rom und Venedig gewohnt. Arqua‘ Petrarca sollte sein letzter Wohnort sein. Und so finden wir hier nicht nur sein Haus, sondern auch seine letzte Ruhestätte.

Das Haus schenkte ihm sein Freund und Bewunderer Francesco il Vecchio da Carrara, Herr von Padua. Der Dichter ließ es restaurieren und passte es an seine Bedürfnisse an. Wenn wir auf die den Ort umgebenden eugenischen Hügel blicken, können wir nur erahnen, wie viel Inspiration der Dichter aus eben diesem Anblick schöpfte.

Sein Wunsch, dass sein Ruhm als Dichter unsterblich sein würde, wurde ihm vom Schicksal gewährt. Zumindest in Italien kennt jeder seine Gedichte (Il canzoniere). Doch hätte Petrarca je damit gerechnet, dass sein Namen in diesem Ort 1868 verewigt würde und aus „Arquata “ „Arqua‘ Petrarca“ wurde? Der Name des Dichters begegnet einem im Ort allenthalben, sei es um auf sein Haus und seine Grabstätte hinzuweisen oder auch nur als Name eines Restaurants oder einer Bar. Petrarca ist im Ort allgegenwärtig.

Das heutige Zentrum von Arqua‘ Petrarca hat noch weitestgehend seinen Aussehen aus dem 14. Jahrhundert bewahrt. Die Ursprünge von Arqua‘ sind eindeutig mittelalterlich und das spüren wir auch, während wir durch die Gassen des verträumten Ortes schlendern. Und wir genießen es, denn Arqua‘ Petrarca müssen wir uns nur mit wenigen anderen Touristen teilen.

Impressionen aus Arqua‘ Petrarca

Nützliche Informationen:

Parken: Am besten gleich „unterhalb“ des Ortes am Ortseingang auf dem Parcheggio Arqua‘ Petrarca borgo Basso, Via Fontana, 3, 35032 Arquà Petrarca (PD), (GPS 45.26847, 11.72037)

Öffentliche Verkehrsmittel: Mit dem Zug bis Montegrotto Terme. Von dort mit Bus E006 bis Arqa‘ Petrarca.

Zum Stadtplan von Arqua‘ Petrarca geht es hier.

5 Kommentare zu „Erleben: Arqua‘ Petrarca – Vom Glück ein Dorf im Veneto zu sein

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  1. „So ist das halt in Italien. Die schönen Dinge des Lebens gehören einem nicht allein.“ 😄
    Besser kann man es nicht sagen. Aber du hast genauso recht, dass es auch genügend weniger bekannte und trotzdem reizvolle Orte gibt. Selbst in der Toskana. Wir waren im Sommer 2020 dort, dachten, weil die Ausländer fehlten, wäre es entspannter, fanden aber trotzdem keinen Parkplatz in Montepulciano oder Pienza. Wir fuhren dann auf gut Glück und hielten in kleinen Orten mit verwinkelten Gassen und auch herzallerliebst, nur weniger bekannt.
    Danke für den Tipp im Veneto, Arqua Petrarca kennen wir auch noch nicht.
    Saluti da Italia!

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