Antonio Ungar: Drei weiße Särge

Drei Dinge großer Tragweite berichtet unser Protagonist und Ich-Erzähler in  Antonio Ungars Roman „Drei weiße Särge“  von jenem Tag: Eine Saite seiner Bassgeige reißt, sein Vater beschließt, fortan unbeweglich im Bett zu verharren und Pedro Akira, Kandidat der Opposition für das Präsidentenamt im fiktiven lateinamerikanischen Staat Miranda wird erschossen.

Wie es der Zufall so will, sieht unser Held dem tödlich angeschossenen Oppositionsführer zum Verwechseln ähnlich und kennt dessen Leibwächter schon seit Schultagen. Und so wird er aus einem relativ ziellosen Leben direkt in die Rolle des Oppositionsführers katapultiert und nimmt diese auch erstaunlich schnell und gut ein. 

Doch eine Diktatur wäre keine, wenn man deren Machthaber so leicht stürzen könnte, und schon ist unser Held nicht mehr nur damit beschäftigt, den Umsturz der politischen Verhältnisse voranzutreiben, sondern auch damit, sein Leben und das der ihm Nahestehenden zu verteidigen. Dass sich die Situation zunehmend verschärft, zeigt sich auch daran, dass der anfänglich humorvoll ironische Grundton des Buches immer in den Hintergrund tritt. Eine Lektüre, die man zunächst amüsiert liest, die aber zunehmend spannender wird, einen etwas desillusioniert zurücklässt und einem vor Augen führt, dass in den “Republiken Miranda“ dieser Welt Machtverhältnisse nicht so sind, weil es die Bürger*innen dort nicht anders wollen, wie manche ewig gestrigen Zyniker hier oft so gerne behaupten. 

Vielleicht sollten wir alle versuchen, etwas mehr Literatur lateinamerikanischer Schriftsteller*innen zu lesen und unsere „single stories“ von diesem großen Kontinent mit weiteren anreichern. Mehr Verständnis durch mehr Wissen sozusagen. Bleibt nur zu hoffen, dass auch mehr Verlage Bücher unbekannterer lateinamerikanischer Autoren und Autorinnen entdecken und dem deutschen Publikum zugänglich machen. Denn jenseits der allseits bekannten großen Autor*innen dieses Kontinentes ist es selbst für interessierten Leser und Leserinnen nicht leicht, fündig zu werden. Und das ist sehr schade, wie mir die Lektüre dieses absolut empfehlenswerten Romans, der bereits 2012 bei S. Fischer Verlage erschien, zeigt.

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INFOS ZUM BUCH:
TITEL: DREI WEISSE SÄRGE
AUTOR: ANTONIO UNGAR
ÜBERSETZUNG: SUSANNE LANGE
VERLAG: S. Fischer Verlage

Erschienen: 23.08.2-12

ISBN-13: 978-3-10-088005-5

Preis: 19,99 Euro (gebundene Ausgabe), 9,99 Euro (ebook)

Umfang: 288 Seiten

Hinweis: „Drei weiße Särge“ wurde mir umsonst als Rezensionsexemplar von S. Fischer Verlage zur Verfügung gestellt. 

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